Mit zivilem Engagement gegen Moralinsäure

Buchautor zweifelt am Nutzen des »ökologisch korrekten« Konsums

Rezension von:
Armin Grunwald: Ende einer Illusion. Warum ökologisch korrekter Konsum die Welt nicht retten kann. 128 S., oekom-Verlag, München 2012, 9,95 €.
Zuerst veröffentlich in: neues deutschland vom 13.08.2012

Die Umweltprobleme – so wird immer mal wieder appelliert – ließen sich am besten lösen, wenn die Konsumenten nur noch nachhaltig Produziertes einkaufen. Armin Grunwald erklärt in seinem neuen Buch, »Warum ökologisch korrekter Konsum die Welt nicht retten kann«.

Walfleisch essen, die Wohnung mit 100-Watt-Glühbirnen bestücken, zum Shoppen mal kurz nach New York fliegen oder Billigfleisch vom Einweggrill nur halb aufessen: Wer …

Da Menschen arbeiten und denken können …

Zwischen Darwin und Marx – Evolutionstheorie und Sozialdemokratie

Rezension von: Richard Saage: Zwischen Darwin und Marx. Zur Rezeption der Evolutionstheorie in der deutschen und der österreichischen Sozialdemokratie vor 1933/34. Böhlau Verlag. 280 S., geb., 35 €.
Zuerst erschienen in: neues deutschland vom 24.05.2012

Passen ein biologistisches Menschenbild und eine SPD-Mitgliedschaft zusammen? Das fragten sich vor gut zwei Jahren nicht wenige, nachdem Thilo Sarrazin seine kruden Thesen publiziert hatte. Schließlich gehört der Sozialdarwinismus gemeinhin nicht zum ideengeschichtlichen Kanon der Sozialdemokratie. Das belegt nun auch der Politikwissenschaftler Richard Saage. Er sucht nach dem historischen Menschenbild der Sozialdemokratie und widmet sich dabei der …

Energiewende als Wertewandel

Klaus Töpfer und Ranga Yogeshwar fordern eine kulturelle Revolution

Rezension von:
Klaus Töpfer/Ranga Yogeshwar: Unsere Zukunft. Ein Gespräch über die Welt nach Fukushima, 234 S., Verlag  C.H.Beck, München 2011, 19,95 Euro.
Zuerst veröffentlicht in: neues deutschland vom 31.12.2011

Der ehemalige CDU-Bundesumweltminister Klaus Töpfer und der ARD-Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar (»Quarks & Co.«) führten im Sommer einen Dialog über die Widersprüche der Atomkraft nach Fukushima, der nun in Buchform vorliegt. Sie thematisieren darin die Zukunft der Energieversorgung auf Basis der Erneuerbaren. Daneben greifen sie weitere Krisenfelder der Gegenwart auf. Einerseits kommen dabei bemerkenswerte Einsichten heraus, andererseits stoßen Töpfer und Yogeshwar jedoch regelmäßig …

Der konstruierte Dissident: Wolfgang Harich und seine Rolle als Oppositioneller

in: Alexander Amberger/Andreas Heyer: Der konstruierte Dissident. Wolfgang Harichs Weg zu einem undogmatischen Marxismus, Helle Panke e.V. (Hg.): Hefte zur DDR-Geschichte, Nr. 127, November 2011

INHALT

Alexander Amberger
Der konstruierte Dissident: Wolfgang Harich und seine Rolle als Oppositioneller
1. Im Kollisionsfeld von Interessen
2. Der „Fall“ Harich(s)
3. „… gebranntes Kind scheut das Feuer“
4. Vom Angeklagten zum Verteidiger
5. Dissident oder Opportunist? Eine Einschätzung
Quellenverzeichnis

Andreas Heyer:
Harichs Weg zu einem undogmatischen Marxismus 1946-1956
1. Einleitung
2. Auf Linie
3. Gegen den Strom
a) Brecht und die „volksfremde Dekadenz“
b) Heine und das Erbe der DDR
4. Gegen …

Das Tina-Prinzip ist tot

Neue Publikation zeigt, dass sozialökologische Alternativen machbar sind

Rezension zu:
Frank Adler, Detlef Bimboes, Hans Thie: Rote Projekte für den grünen Umbau
Zuerst erschienen in: neues deutschland vom 19.10.2011

Die Britische Premierministerin Margaret Thatcher betete in den 1980er Jahren Mantra artig das Dogma wieder, dass es keine Alternative zu Privatisierungen und mehr Markt gebe. Dieses TINA-Prinzip (Abkürzung für „there is no alternative“) wurde zum Totschlagargument aller Neoliberalen und ist auch heute noch aus keiner Talkshow wegzudenken. Auch die Kanzlerin macht davon Gebrauch, doch seit Ausbruch der Finanzkrise geht es TINA immer schlechter, und heute sind wir zum Glück wieder an …