Reise durch die Geschichte der Ökologie

Ein neues Standardwerk erklärt, woher die Umweltbewegung kommt und wohin sie geht

Rezension zu: Joachim Radkau: Die Ära der Ökologie. Eine Weltgeschichte. Verlag C.H.Beck, München 2011. 784 Seiten, 29,95 Euro.
Zuerst erschienen in: neues deutschland vom 27.04.2011 

Als Joachim Radkau den Schlusssatz seines Buches »Die Ära der Ökologie« verfasste, ahnte er wohl kaum dessen prophetischen Charakter im Hinblick auf die Atomenergie. Er schrieb dort – kurz vor der Katastrophe in Fukushima – über den historischen Augenblick, den man ergreifen müsse: »Wer weiß, vielleicht erleben wir einen solchen Augenblick schon bald.«
Der Bielefelder Historiker beschäftigt sich zuvor umfangreich mit dem Thema

Abkehr vom Wachstumsdogma

Zwei neue Publikationen zur Thematik erschienen

Doppelrezension zu:
Tim Jackson: Wohlstand ohne Wachstum, 240 S., oekom Verlag, 22,95 €
Peter Radt: Fetisch Wachstum, 159 S., Neuer ISP Verlag, 17,80 €
Zuerst veröffentlicht in: neues deutschland vom 18.04.2011

Mit »Wohlstand ohne Wachstum« des britischen Ökonomen Tim Jackson und »Fetisch Wachstum« des Kölner Philosophen Peter Radt sind jüngst zwei neue Bücher erschienen, die sich kritisch mit der kapitalistischen Wachstumslogik beschäftigen. 
»Wachstum in Frage zu stellen, gilt als Akt von Wahnsinnigen, Idealisten und Revolutionären. Dennoch müssen wir es hinterfragen«, schreibt Tim Jackson in »Wohlstand ohne Wachstum« und tut das dann auch gleich (s.

Die Wandlungen des ökologischen Harich

in: Alexander Amberger/Siegfried Prokop: Ein „rot-grünes“ Deutschland? Über eine Vision Wolfgang Harichs 1989/89, Helle Panke e.V. (Hg.): Hefte zur DDR-Geschichte, Nr. 123, Januar 2011

INHALT

Alexander Amberger
Die Wandlungen des ökologischen Harich
1. Biografische Skizze
2. Wolfgang Harich, der Club of Rome und die DDR
3. Der Stellenwert der Ökologie in Harichs Denken nach 1990

Siegfried Prokop
Wolfgang Harich in und nach der Wende
1. Die Grüne Partei der DDR und die deutsche Frage
2. Die „Brecht-Ehrung“ am 29. Mai 1994

Anlage 1:
Beendigung der Tätigkeit der Alternativen Enquêtekommission.
Rechenschaftsbericht der Alternativen Enquêtekommission Deutsche Zeitgeschichte (AEK) am 20. März …

Ein neoliberales Märchenbuch

Der Wirtschaftsethiker Ulrich Chiwitt erklärt seine Liebe zum Kapitalismus

Rezension von:
Ulrich Chiwitt: Kapitalismus – eine Liebeserklärung. Warum die Marktwirtschaft uns allen nützt, Wiley Verlag, 19,90 Euro
Zuerst veröffentlicht in: neues deutschland, 24.12.2010

Weihnachten ist Märchenzeit. Viele handeln vom Kampf Gut gegen Böse. Auch bei neoliberalen Märchen ist das so: der gute Kapitalismus gegen seine bösen Kritiker. Ulrich Chiwitt hat diese Märchen, bekannt aus Funk und Fernsehen der letzten 20 Jahre, nun in einem Buch zusammengefasst: »Kapitalismus. Eine Liebeserklärung«. Der Autor entwirft darin ein idealisiertes Bild, das alle neoliberalen Totschlagargumente auf 220 Seiten komprimiert. Kürzer schafft das nur die FDP …

Überleben unter der Glasglocke?

Neues Buch zeichnet eine düstere Zukunftsprognose der Menschheit – Technikgläubigkeit ersetzt soziale Gerechtigkeit

Rezension von:
Friedrich von Borries: Klimakapseln. Überlebensbedingungen in der Katastrophe, Suhrkamp Verlag, Berlin 2010, 207 Seiten, 14 Euro
zuerst veröffentlich in: neues deutschland vom 19.11.2010 

Gert Prokop schuf in seinen düsteren Zukunftsromanen »Wer stiehlt schon Unterschenkel?« und »Der Samenbankraub« eine Welt, in der die US-Amerikaner des 21. Jahrhunderts wegen ihrer extremen Umweltverschmutzung vom Rest der Welt dazu verurteilt wurden, unter einer riesigen »Käseglocke«, genannt »Die Isolation«, leben zu müssen. 

Bild 1

An dieses Szenario erinnert Friedrich von Borries Buch »Klimakapseln«. Allerdings ist bei ihm das Prinzip umgekehrt: Klimakapseln sind …