Politik ist nicht alternativlos

Elmar Altvater und Raul Zelik haben die Utopie vermessen – Das latent Neue im Alten

Rezension von:
Raul Zelik/Elmar Altvater: Vermessung der Utopie. Ein Gespräch über Mythen des Kapitalismus und die kommende Gesellschaft. Blumenbar, München. 208 S., geb., 14,90 €. 
zuerst veröffentlicht in: neues deutschland vom 10.06.2010
 
Seit einigen Wochen beteiligen sich das ND und die Rosa-Luxemburg-Stiftung an der Diskussion über das Parteiprogramm der LINKEN. Dabei geht es darum, wie eine demokratisch-sozialistische Gesellschaft herbeigeführt und ausgestaltet werden kann. Dem gleichen Thema widmet sich das Protokoll eines langen Dialoges zwischen dem Lateinamerika-Experten Raul Zelik und dem marxistischen Politökonomen Elmar Altvater. Unter

Lässt sich die Wirtschaft vorhersagen?

Neues Buch beschäftigt sich mit Prognosen und ihrer Bedeutung für Ökonomie und Staat

Rezension von:
Heinrich Hartmann, Jakob Vogel (Hg.): Zukunftswissen. Prognosen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft seit 1900, 303 Seiten, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2010, 29,90 Euro
zuerst veröffentlich in: neues deutschland vom 19.05.2010

Unter dem Titel »2030. So leben wir morgen«, startete der »Focus«, das Zentralorgan der Neoliberalen, kürzlich eine neue Serie. Keine Angst, hier wird nicht näher darauf eingegangen. Dieses Beispiel zeigt nur, dass Prognosen zu unserem Alltag gehören. Ob Bevölkerungsentwicklung, Klimawandel oder die nächsten Wahlen: wissenschaftlich untermauerte Spekulationen über die Zukunft sind allgegenwärtig.
Das Phänomen

Analyse, Kritik und ein paar Lösungswege

Die sozialistische Zeitschrift »Widerspruch« liefert Beiträge zur Rolle des Staates in der Krise

Rezension von: Widerspruch – Beiträge zu sozialistischer Politik, Heft 57, 208 S.
zuerst veröffentlicht in: neues deutschland vom 07.04.2010

Die CDU schrieb 2005 in ihr Wahlprogramm: »Wir bauen staatliche Aufgaben ab und stärken Eigenverantwortung statt Staatsgläubigkeit.« Fünf Jahre später hat sie die Rolle des Staates neu definiert: Die Krise scheint eine Renaissance desselben nach sich zu ziehen, die Neoliberalen suspekt sein müsste. Warum aber ist sie es nicht? Und warum sollte dieser Ruf nach dem Staat Linken keinen Jubel wert sein? Diesen Fragen widmet sich die zweimal

Anti-Utopie einer Öko-Diktatur

DDR-Querdenker Wolfgang Harich als Pionier linker Wachstumskritik

Zuerst veröffentlicht in: neues deutschland vom 15.03.2010
 
Heute vor 15 Jahren starb Wolfgang Harich. Mit seinem Namen bringt man meist die oppositionelle »Gruppe Harich« von 1956 in Verbindung. Manche erinnern sich auch an sein Engagement in der »Alternativen Enquête-Kommission DDR-Geschichte« nach 1990. Doch er war auch einer der ökologischen Vordenker der DDR.
Anfang der siebziger Jahre erschienen im Westen erste Forschungsergebnisse, die auf Gefahren des Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums aufmerksam machten, zum Beispiel die Berichte an den »Club of Rome«. In der DDR hatte die SED zu dieser Zeit, auf ihrem VIII. Parteitag 1971,

Zwischen Wachstum und Umweltschutz

»Grüner Kapitalismus«: Die Wirtschaft wird (will) das Klimaproblem nicht lösen

Rezension von:
Stephan Kaufmann/Tadzio Müller: Grüner Kapitalismus. Krise, Klimawandel und kein Ende des Wachstums, Dietz Verlag, Berlin 2009, 268 Seiten, 19,90 Euro.
zuerst veröffentlicht in: neues deutschland vom 17.02.2010

Ob US-Regierung, deutsche Industrie oder Angela Merkel: Alle wollen plötzlich das Klima retten. »Grüner Kapitalismus« heißt das Zauberwort. Doch warum präsentieren sich die neoliberalen Prediger von gestern nun als Retter der Erde? Ist das reflexartige Misstrauen gegenüber einer so interpretierten und vereinnahmten Klimapolitik gerechtfertigt? Antworten darauf gibt das Buch »Grüner Kapitalismus« von Stephan Kaufmann und Tadzio Müller.
Die Autoren widmen sich …