Grün und braun vor Augen

Sammelband beleuchtet Versuche der Rechten, mit Umweltthemen zu punkten

Rezension von: Ökologie von rechts. Braune Umweltschützer auf Stimmenfang, Reihe »politische ökologie« Nr. 131, 130 Seiten, oekom Verlag, München 2012, 16,95 €
Zuerst veröffentlich in: neues deutschland vom 08.04.2013

Ein neuer Sammelband untersucht, wie Neonazis mit dem Umweltschutz ein positiv aufgeladenes Thema beim Stimmenfang zu besetzen versuchen.

»Grüne« Rechte, die Deutschland vor dem »Volkstod« schützen und dabei »Blut und Boden« konservieren wollen, gibt es schon seit mehr als hundert Jahren. Zwar haben die Rechten das Thema Ökologie keineswegs entdeckt, aber sie haben es immer wieder besetzt und versuchen dies auch heute …

Rollentausch am Mikrofon

PolitikerInnen fragen JournalistInnen nach Wegen aus der Eurokrise

Zuerst veröffentlicht in: ROSALUX – Journal der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Ausgabe 1-2013

PolitikerInnen entscheiden – KommentatorInnen wissen es besser. Dieses Bild vermittelt der tägliche Blick in die Medien. Im Rahmen der zehnten Linken Medienakademie (LiMA) fand nun im März in Berlin die Podiumsdiskussion «Politik grillt Kommentar» statt, bei der diese Rollen vertauscht wurden. Oder besser: werden sollten, denn der eigentlich als Moderator fungierende LINKEN-Politiker Axel Troost konnte sich eigene Statements nicht verkneifen. Mit ihm moderierte Sabine Reiner (Verdi Bundesverwaltung, Vizevorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung) die Runde, an der Ulrike Herrmann von der taz, der Blogger Thorsten …

Ernst Bloch und die DDR-Dissidenten der siebziger Jahre

Vortrag aus dem Jahr 2013 zum Nachhören

Elemente seines utopischen Denkens bei Rudolf Bahro, Wolfgang Harich und Robert Havemann

Von 1949 bis 1961 lebte und wirkte der Philosoph Ernst Bloch in Leipzig. Als nahezu Unbekannter eingereist, wurde er innerhalb weniger Jahre zum wohl wichtigsten Denker der jungen DDR und geriet schließlich mit der SED in Konflikt. Während seiner 12 Jahre in der DDR veröffentlichte Bloch u.a. sein Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ – eine Geschichte des utopischen Denkens, verknüpft mit einem praxisphilosophischen Imperativ.
Blochs Lesart der 11. Feuerbachthese von Marx, wonach die Philosophen die Welt nur verschieden interpretiert hätten und es …

Versachlichung

Rezension von:
Marcus Böick, Anja Hertel, Franziska Kuschel (Hrsg.): Aus einem Land vor unserer Zeit. Eine Lesereise durch die DDR-Geschichte, 320 Seiten, Metropol Verlag Berlin, 19,00 Euro

Leicht modifiziert zuerst veröffentlich in: neues deutschland, Beilage zur Frankfurter Buchmesse, 10.-14. Oktober 2012

Es sind durchweg junge Wissenschaftler, um 1980 und zumeist in der DDR geboren, die hier ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Ihr Blick ist erfrischend anders als der ihrer älteren Kollegen.
Dass die heutige DDR-Geschichtsschreibung Gefahr laufe, „ein dualistisches Weltbild zu konstruieren und eine historische Teleologie zu suggerieren, der zufolge die deutsche Geschichte über Irr- und Umwege von zwei Diktaturen mit dem …