Verehrung schlug in Verachtung um

Andreas Heyer stieß im Nachlass des Sozialphilosophen Wolfgang Harich auf eine merkwürdige Affinität zu Arnold Gehlen
 
 

Er war ein intellektueller Außenseiter, in einer seltsamen Sonderrolle zwischen durchaus politischem Einfluss und der Ohnmacht eines Wissenschaftlers: Wolfgang Harich, der vor 25 Jahren in Berlin verstarb. Man könnte ihn auch als einen tragischen Helden bezeichnen. Nachdem er 1957 im Schauprozess gegen die von der DDR-Justiz konstruierte »Gruppe Harich« aussagen musste, brach der Kontakt zu Freunden und Vertrauten wie Walter Janka, Ernst Bloch und Georg Lukács ab, viele wollten oder durften nichts mehr mit ihm zu tun haben.

WDR-Zeitzeichen-Feature zum 25. Todestag Wolfgang Harichs am 15.3.2020

Wolfgang Harich, DDR-Philosoph (Todestag 15.03.1995), WDR ZeitZeichen 15.03.2020, 14:43 Min. Verfügbar bis 16.03.2030, WDR 5
Der „idente Querdenker“ Wolfgang Harich wollte eine andere DDR. Als er 1956 einen „besonderen deutschen Weg zum Sozialismus“ forderte, inklusive Wiedervereinigung als neutraler Staat, verurteilte ihn die DDR-Justiz zu 10 Jahren Haft.
Autor: Christoph Vormweg

Im Feature komme ich u.a. zu Wort.

 

Rezension von Sabine Pannen: „Wo ein Genosse ist, da ist die Partei! Der innere Zerfall der SED-Parteibasis 1979–1989“

Sabine Pannen: Wo ein Genosse ist, da ist die Partei! Der innere Zerfall der SED-Parteibasis 1979–1989, 360 Seiten, Ch. Links Verlag, Berlin 2018, ISBN: 978-3-96289-004-9, 40 Euro

Erschienen in: „Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung„, Heft 56, September 2019, S. 70-72.