Rezension von Sabine Pannen: „Wo ein Genosse ist, da ist die Partei! Der innere Zerfall der SED-Parteibasis 1979–1989“

Sabine Pannen: Wo ein Genosse ist, da ist die Partei! Der innere Zerfall der SED-Parteibasis 1979–1989, 360 Seiten, Ch. Links Verlag, Berlin 2018, ISBN: 978-3-96289-004-9, 40 Euro

Erschienen in: „Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung„, Heft 56, September 2019, S. 70-72.

Vor 30 Jahren endete die Existenz der SED-Herrschaft. Vielerorts wird dieser Tage daran erinnert, werden Geschichts- und Rollenbilder verfestigt oder modifiziert. In die Aufarbeitung der DDR-Geschichte sind Millionen geflossen, tausende Publikationen beschäftigen sich noch heute damit. Anders als in den neunziger Jahren ist mittlerweile mehr Sachlichkeit eingezogen. Die mit der finanziellen Unterstützung einhergehende …

Rezension von „Wolfgang Harich, Georg Lukács. Dokumente einer Freundschaft“

Rezension von: Wolfgang Harich, Georg Lukács. Dokumente einer Freundschaft. Mit weiteren Dokumenten und Materialien herausgegeben von Andreas Heyer, Schriften aus dem Nachlass Wolfgang Harichs, Band 9

Zuerst publiziert in Aufklärung und Kritik, Heft 2/2019

Weitere Infos finden Sie hier.

„Unter den bedeutenden Philosophen dieses Jahrhunderts gab es einen Marxisten: Georg Lukács. Er war auch ein exzellenter Kenner von Kunst und Literatur. Bei ihrer Analyse, ihrer Beurteilung verband seine materialistisch-dialektische Methode, virtuos von ihm gehandhabt, sich mit dem Traditionsbewusstsein und Niveauanspruch eines wertkonservativen Bildungsbürgers. Darin lag kein Widerspruch. Bei Marx und Engels wie bei allen ihren legitimen Epigonen finden wir …

Rezension von: Thomas Möbius „Russische Sozialutopien von Peter I. bis Stalin. Historische Konstellationen und Bezüge“

Eine gekürzte Fassung dieses Textes erscheint in der „Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung“

Möbius, Thomas: Russische Sozialutopien von Peter I. bis Stalin. Historische Konstellationen und Bezüge, LIT Verlag, Berlin/Münster 2015, 760 Seiten, 79,90 Euro

„Russische Sozialutopien von Peter I. bis Stalin“ ist das Mammutwerk betitelt. Daraus leitet sich sowohl der Zeitraum ab als auch die behandelte Gattungsgeschichte. Der Titel führt allerdings etwas in die Irre: Die Personifizierung durch zwei der bekanntesten russischen bzw. sowjetischen Herrscher deutet auf einen Praxisbezug hin, der bestenfalls die Hälfte des Buches ausmacht. Der andere Teil stellt literarische Utopien vor, die in dieser Zeit verfasst wurden.
Diese …

Rezension von „Wolfgang Harich: Schriften zur Anarchie“

Wolfgang Harich: Schriften zur Anarchie. Zur Kritik der revolutionären Ungeduld und Die Baader-Meinhof-Gruppe. Schriften aus dem Nachlass Wolfgang Harichs, herausgegeben von Andreas Heyer, Band 7. Marburg: Tectum 2014, 484 Seiten.

erschienen in: Berliner Debatte Initial 29 (2018) 2, Themenheft „Marx und der Anarchismus“

Wer sich bis vor einigen Jahren mit dem DDR-Philosophen Wolfgang Harich beschäftigen wollte, konnte nur auf Primär- und Sekundärliteratur zurückgreifen bzw. für weitere Recherchen das Bundesarchiv und die BStU-Bestände heranziehen. Der Nachlass des 1995 verstorbenen Philosophen – unveröffentlichte Manuskripte, Vorlesungen, Notizen u. a. – galt als unerreichbar für die Forschung. Nach dem Tod Harichs kam es …

Rezension von: „Die DDR hat´s nie gegeben“

Siegfried Prokop: „Die DDR hat´s nie gegeben“: Studien zur Geschichte der DDR 1945 bis 1990, 306 Seiten, edition bodoni, Berlin 2017, ISBN: 978-3940781796

erschienen in: Mitteilungen des Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft 53 (März 2018), S. 57 ff. 

Der Titel „Die DDR hat‘s nie gegeben“ führt etwas in die Irre. Für nicht wenige Zeitgenossen hat es die DDR viel zu lang gegeben, für andere hingegen nicht lang genug. Die einen konnten bzw. können dem ersten staatsförmigen Sozialismusversuch auf deutschem Boden nichts abgewinnen und führen die DDR als Beleg für die Unmöglichkeit eines funktionierenden Sozialismus an. …