Post-growth Utopias from the GDR

The Ecosocialist Alternatives of SED Critics Wolfgang Harich, Rudolf Bahro, and Robert Havemann from the 1970s

in: Contradictions. A Journal for Critical Thought, Volume 5 number 2 (2021)

On November 9, 1989, the Berlin Wall fell, and less than a year later the GDR was his­tory – and with it almost all the Central and Eastern European “people’s democracies,” including the Soviet Union. A social system that had been founded on noble ideals but in reality not only failed to live up to those ideals but in some cases turned them into their opposites, was bankrupt. With it, the utopian …

Die Steilvorlage blieb liegen

Der Bericht »Die Grenzen des Wachstums« stieß in der zerstrittenen deutschen Linken auf Ablehnung. Nur wenige Marxist*innen dachten grün.

Erschienen in: analyse&kritik Zeitung für linke Debatte & Praxis, Nr. 678, 18.1.2021

»Der reaktionäre ideologische Sinn der Theorie von der ökologischen Krise besteht darin, den Umweltschutz an die Stelle der sozialistischen Revolution zu setzen.« Worüber sich Kurt Hager, der »Chefideologe« der SED, am 3. Dezember 1975 bei einer Festrede zum 100. Geburtstag von Friedrich Engels’ »Dialektik der Natur« aufregte, war die medial geführte Umweltdebatte im Westen, gepusht durch den drei Jahre zuvor erschienen Bericht über die »Grenzen des Wachstums«. Erarbeitet hatte …

Real ist immer noch die Unvernunft

Die Umwelt ist zu wichtig, um sie dem einen Prozent Superreicher zu überlassen, mahnt Milo Probst

zuerst erschienen in: nd, 6. Januar 2022

Der Klimawandel ist seit einiger Zeit endlich auch im linken Lager angekommen. Die jüngst hochgekochte Diskussion um die personelle Besetzung des Themenfeldes in der Linksfraktion ist ein gutes Beispiel dafür. Was nützen soziale und emanzipatorische Kämpfe, wenn der Planet in absehbarer Zeit nicht mehr bewohnbar sein wird? Die soziale Frage kann man folglich nicht ohne die ökologische lösen. Umgekehrt gilt das Gleiche, denn eine ökologische Politik gegen die Lebenswirklichkeit der Ausgebeuteten, Lohnabhängigen und Unterdrückten wird keinen Erfolg …

Mit Gert Prokop zum »Olymp – Hauptbahnhof« Über ein Relikt des dystopischen Kapitalismus im 27. Jahrhundert

Dieser Essay wurde im Rahmen des Projekts Calculating Control komissioniert und erschien zuerst am 4.8.2021 auf der Website des Zentrums für Netzkunst Berlin.

»Man hockt in seinen vier Wänden, braucht sich überhaupt nicht mehr vom Fleck zu rühren: Geschäfte und Einkauf, Börse und Arbeitsmarkt, schon ein Großteil der Arbeit selbst, Informationen, Bildung, Entspannung, alles via Bildschirm, sogar Sex und Partnervermittlung. Irgendwann hört man auf, die anderen wenigstens noch per Communicator zu besuchen, und lebt mit den Welten, die die Videowände so bereitwillig ins Haus senden.«1
So beschrieb Gert Prokop vor vierzig Jahren die Zukunft am Ende des 21. Jahrhunderts. Es …

Endzeit-Futurismus

Zuerst erschienen am 24.06.2021 auf Jacobin.de

Gert Prokop zählte zu den beliebtesten Sci-Fi-Autoren der DDR. Heute ist sein Werk weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei ist seine dystopische Vision des Spätkapitalismus erschreckend aktuell.

Science Fiction aus der DDR ist zweifelsfrei nerdig. Während im Westen die Raumpatrouille Orion und das Raumschiff Enterprise ferne Welten entdeckten, Star Wars die Kino- und Merchandise-Kassen klingeln ließ, Mad Max und der Terminator Zukunftsängste personifizierten und Perry Rhodan die Bahnhofsbuchhandlungen füllte, träumte man im Osten von der kommunistischen Zukunft. Könnte man meinen.

Doch ganz so monoton war es in der ostdeutschen Phantastik dann doch nicht. Ziemlich genau …