Sur le rapport entre écologie et marxisme en RDA

Dans Actuel Marx 2023/2 (n° 74), pages 71 à 88
Traduit de l’allemand par Jean Quétier

Après le rapport du « Club de Rome », le débat écologique a acquis une très grande audience à l’Ouest. Les « limites de la croissance » étaient discutées publiquement dans de nombreux ouvrages à succès et faisaient l’objet de débats dans le champ politique, culturel, économique et social. Un mouvement environnemental s’est constitué qui, par la suite, a donné naissance aux partis verts. En RDA, en revanche, la croissance n’a pas fait l’objet de discussions à cette époque. Le parti-État qu’était le …

Öko-Leninismus 2.0

Sozialistische Staatsmacht und Nullwachstum als Lösung der Klimakrise? Was der Marxist Andreas Malm vorschlägt, hat Wolfgang Harich vor fast 50 Jahren in der DDR schon skizziert.

in: neues deutschland, 10./11. April 2021, S. 18

Auf dem VIII. Gesamtrussischen Sowjetkongress gab Wladimir Iljitsch Lenin im Jahr 1920 die Losung aus: »Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes.« Für ihn waren zwei Faktoren von zentraler Wichtigkeit: Die Verfügung über den Staat und die rasche Elektrifizierung des bis dahin rückständigen Russlands. Lenin setzte dabei auf eine umfassende nachholende Industrialisierung – somit verwundert es zunächst, wenn radikale Klimaschützer heutzutage für einen …

Der menschenfeindlichste Ideologe?

Wolfgang Harich und der Streit um Friedrich Nietzsche in der DDR
Zuerst erschienen im nd, 23.12.2020, S. 9.

»Wäre Harich damals eingeliefert und ruhiggestellt worden, Nietzsche hätte in der späten DDR wohl tatsächlich […] noch eine kleine publizistische Blüte und […] eine museale Aufwertung erfahren; kritisch sicherlich und noch immer mit warnendem Zeigefinger, aber doch mit heimlichen und unheimlichen Identitätspotenzialen für jedermann.« Dieses Zitat aus Matthias Steinbachs neuem Buch enthält zwei weitverbreitete Annahmen: Erstens, dass der späte Wolfgang Harich zumindest in der Nietzsche-Debatte »verrückt« gewesen sei. Und zweitens, dass der Philosoph und Publizist sich hier als kulturstalinistischer Großinquisitor aufgespielt habe, …